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POMERANZ COLLECTION

PHILIPPE PARRENO

Fade To Black II
(Liam Gillick, 2003), Diptychon

2003
Fluoreszente Tinte auf Papier
2 Sets mit 11 Drucken (ein Diptychon, ein Triptychon und 6 Einzeldrucke) mit einer Backup CD
Je 185 x 120 cm
Edition 3/6 (+1 A.P.)
Inv. Nr. 138

Geboren 1964 in Oran, Algerien
Lebt und arbeitet in Paris, Frankreich

Philippe Parreno gehört zusammen mit Pierre Huyghe, Dominique Gonzales-Foerster, Liam Gillick, Rirkrit Tiravanija usw. zu einer Künstlergeneration, die in den Neunzigerjahren daran arbeitete, die Standards des Objekts der Kunst zu erneuern. Dabei konzentrierten sich die Künstler auf die Bedingungen ihres Auftretens und ihrer Ausstellung durch kollaborative Praktiken, verblüffende und gebräuchliche Medien oder Ausstellungsprotokolle. Parrenos Arbeit stellt die Realität, ihren Kommentar und ihr Gedächtnis in Frage und durch diese Vorgangsweise auch ihre Repräsentation. Seine Arbeit befasst sich mit der Konstruktion neuer Realitäten, indem er häufig Fiktion und unterschiedliche Formen verwendet, zu der auch die virtuelle Welt, Bücher, Noten, Szenarien, Performances, Filme, Poster, Tapeten, Teppiche usw. gehören. Das Vergehen von Zeit ist ein zentrales Anliegen und eine Strategie, mit der Realität umzugehen. Zu seinen bekanntesten, auf Zeit basierenden Arbeiten gehört der abendfüllende Film, bei dem er zusammen mit Douglas Gordon Regie führte, Zidane: A 21st Century Portrait (2006). Ein tatsächliches Fußballspiel lang richtete er 17 35mm Kameras auf jede Bewegung des französischen Fußballspielers Zinedine Zidane und produzierte auf diese Weise ein spektakuläres Porträt in Echtzeit.

Die Serie Fade to Black II ist ein Ensemble von Siebdruckpostern, die an verschiedene Momente aus der Karriere des Künstlers zwischen 1993 und 2003 erinnern, wie zum Beispiel Ereignisse aus seiner Erfahrungswelt und fehlgeschlagene oder flüchtige Projekte, und wurde in fluoreszenter Tinte gedruckt. Diese ungewöhnliche Technik fordert den Akt des Sehens heraus, denn die Sichtbarkeit der Bilder wird von der sukzessiven Abfolge von Belichtung und Schatten bestimmt. Bei angeschaltetem Licht sind die Poster mit den Worten des Künstlers „buchstäblich überbelichtet“, während die Bilder in der Dunkelheit unvermeidlich mit der Zeit verblassen. Indem sie sich daher der Wahrnehmung verweigern, sind die gedruckten Szenen sowohl präsent wie auch abwesend. Wie Geistaufnahmen verlorener Arbeiten erinnert diese Serie, die Parreno als „Post-It Notizen“ dient, an den Prozess der Erinnerung und stellt die Bedingungen der Sichtbarkeit eines Kunstwerks in Frage.