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POMERANZ COLLECTION

ROMAN ONDÀK

Casting Antinomads
2000
Serie aus120 Farbfotografien
Je 22 x 32,5 cm
Edition 1/3 (+1 A.P.)
Inv. Nr. 128
Foto: Courtesy der Galerie Martin Janda, Wien

Geboren in 1966 in Žilina, Slowakei
Lebt und arbeitet in Bratislava, Slowakei

Roman Ondáks Generation erlebte die Öffnung der europäischen Grenzen nach dem Kalten Krieg – dieser Kontext kann als starker Einfluss in seiner Praxis interpretiert werden, in die er die Erfahrung von Zirkulation in ihrem weitesten Sinn integriert. Durch Installationen, Zeichnungen, Fotografien und besonders durch Performances und "Situationen" behandelt der slowakische Künstler Kontexte, ihre Wahrnehmung und unsere Erwartungen an sie. Er verzerrt die Grenzen zwischen der Realitätserfahrung und unserem ästhetischen Erleben, indem er Aufmerksamkeit erweckt und sie auf alltägliche Ereignisse lenkt, die er in einem künstlerischen Kontext neu inszeniert. Mit einfachen Gesten, beeinflusst von der Konzeptkunst der Sechziger- und Siebzigerjahre, oft gekoppelt mit einem subtilen Humor, setzt er die Prozesse der Umsiedelung, der Dislokation, der Duplikation und der Neuinszenierung von Örtlichkeiten oder Ereignissen ein, um die Strukturen der Realität – besonders jene der Kunstwelt – zu entwirren, und thematisiert in allgemeinerem Sinn die Dynamik der Vision. Ondáks Strategie, Menschen, Objekte oder Situationen an andere Orte zu versetzen, spiegelt Sichtweisen über die Globalisierung und das Deleuz’sche Konzept der Deterritorialisierung.

Das Projekt Antinomads begann als Studie unter den Verwandten des Künstlers – Familienmitgliedern, Freunde oder Bekannte –, mittels derer er feststellen wollte, ob diese sich selbst als Nomaden oder Anti-Nomaden betrachteten, also als Menschen, die ihr Heim lieben. Letztere, die sich einer von der Globalisierung scheinbar auferlegten Mobilität widersetzen, nahm er dann in ihren liebsten Umgebungen auf, bequem auf ihrer Couch, ihrem Bett oder ihrem Armsessel sitzend. Casting Antinomads versammelt die gesamte Bilderserie des Künstlers, aus der er zwölf auswählte, um sie als Postkarten zu drucken und sie frei in Ausstellungsräumen auszugeben. Die Bilder dieser Einzelpersonen, die Immobilität und Verwurzelung repräsentieren, gelangten auf diese Weise paradoxerweise in die ganze Welt.