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POMERANZ COLLECTION

JIMMIE DURHAM

Where a Stone Opened a Tube of Red Paint
2004
3 Elemente: Mischtechnik
2 Holzpaneele und Acrylfarbe: 120 x 100 cm, Granit: 15 x 65 x 45 cm, Ständer: 60 x 65 x 45 cm
Unikat
Inv. Nr. 121
Ansicht der Ausstellung „Une Pierre Presque Volante“, Galerie Michel Rein, Paris, 2004

Geboren 1940 in den USA
Lebt und arbeitet in Europa

Jimmie Durham, aktiver Unterstützer des American Indian Movement, engagiert sich seit den Siebzigerjahren mit seinen Kunstprojekten (Gedichte, Theater und Performance) für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner. Im Jahr 1994 hat er sich für ein Leben in Europa und eine nomadische künstlerische Praxis entschieden, für den Rückzug von seiner Heimat mit ihrer charakteristischen „indianischen“ Identität. Dennoch ist sein Bezug zu Materialien wie Holz, Stahl und vor allem Stein mythischer Natur, und gerade Steine gelten Durham als Skulptur schlechthin, geformt von der Zeit und den Elementen. Doch werden Steine bei ihm nicht zum bloßen Material, sondern zu Werkzeugen, die Skulptur hervorbringen, die durch Akte des Werfens, Fallenlassens oder Versenkens von Steinen entstehen. Da Stein ein Urmaterial von Bildhauerei und Architektur ist, versteht Durham seine Aktionen auch als Kritik an beiden Disziplinen. Vor allem Architektur gilt ihm als Ausdruck und Bestärkung religiöser Vorstellungen oder politischer Macht. Als Baumaterial musste Stein bislang den Anforderungen der Moderne gehorchen. Wenn der Künstler nun einen bewusst kindischen Angriff auf die Konsumgesellschaft unternimmt und Steine auf Industriegüter wirft – einen Kühlschrank oder ein Auto –, dreht er dieses Verhältnis auf provozierende Weise um. Mit derlei kathartischen Gesten entsteht auch Durhams ureigene Form des Action Painting, so etwa Where a Stone Opened a Tube of Red Paint, bei dem Durham in der Pariser Galerie Michel Rein Farbtuben zerplatzen ließ, deren Spritzer abstrakte Spuren auf Papier oder Sperrholz hinterließen.