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POMERANZ COLLECTION

OTTO MUEHL

Ohne Titel, Gesichtsprofil
1986
Öl auf Leinwand
150 x 130 cm
Inv. Nr. 104
Foto: © VBK, Wien, 2011

Geboren 1925 in Grodnau, Österreich
Lebt und arbeitet in Faro, Portugal

Otto Muehl zählt neben Günter Brus, Hermann Nitsch und Rudolf Schwarzkogler zu den wichtigsten Vertretern und Mitbegründern des Wiener Aktionismus, jener Bilderstürmer der Sechziger- und Siebzigerjahre. Muehl wurde vor allem mit den Filmen und Fotografien seiner Aktionen aus den Sechzigerjahren bekannt, in deren Zentrum die Zerstörung klassischer Gemälde und radikale Körperinszenierungen stehen. Obwohl Muehl danach strebte, die Staffelmalerei aus ihrem Rahmen zu befreien, blieb er ihr dennoch während seiner ganzen Laufbahn treu, füllte sie jedoch mit kritischem Inhalt, wie in den Pop-Art inspirierten Gemälden politischer Führer aus der Serie Persönlichkeiten, entstanden zwischen 1967 und 1978. Muehl bedient sich einer übersteigerten, spöttischen Pop-Ästhetik, um seine malerischen Angriffe auf die Berühmten und Mächtigen seiner Zeit, wie Charles de Gaulle oder Mao, zu formulieren. Oder, um es in seinen Worten zu sagen: „Ich habe versucht, mit den Mitteln der Malerei die Aspekte menschlicher Grausamkeit und Perfidie darzustellen, die sich nicht in Form einer Aktion darstellen ließen.“ Ohne Titel, Gesichtsprofil, etwa zwanzig Jahre später entstanden, zeichnet sich durch die Einfachheit und Reduziertheit von Malerei und Bildgegenstand aus. Für Muehl erfüllte die Malerei viele unterschiedliche Funktionen, sie war Ausdrucksmedium für kritische Ideen, Werkzeug zum Studium der Alten Meister oder schlicht eine Tür in die Verspieltheit.